Die wichtigsten Fakten:
Sind Blitzerwarner und -Apps in Deutschland legal?
Welche Strafen drohen bei der Nutzung illegaler Blitzerwarngeräte?
Wie kann man sich legal vor Verkehrsüberwachungsmaßnahmen schützen?
Welche Warner verboten sind und wie man sich dennoch legal schützen kann
Blitzerwarner kosten in der Regel weniger als ein kleiner Tempoverstoß. Sogar manche Discounter haben die handlichen Geräte mittlerweile im Repertoire. Aber ist es wirklich zulässig, sich mithilfe von Radarwarngeräten oder Apps wie Ooono und Blitzer.de Kontrollen zu entziehen? Wie sich Autofahrer legal vor Radarfallen schützen können und was es besser zu vermeiden gilt, erklärt Tom Louven, Verkehrsrechtsexperte und Partneranwalt von Geblitzt.de.

Ronald Rampsch / shutterstock.com
Blitzermarathon steht an
Tempo runter, Augen auf – der alljährliche Blitzmarathon steht vor der Tür. Vom 7. bis 13. April führt die Polizei im Rahmen der berühmt-berüchtigten „Speed Week“ wieder verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durch. Während einige Bundesländer die gesamte Woche zur Verkehrsüberwachung nutzen, fokussieren sich andere auf den 9. April als Schwerpunkttag.
Für Autofahrer bietet es sich an, in dieser Woche erhöhte Vorsicht und Rücksicht walten zu lassen, um nicht zur Kasse gebeten zu werden. Manche werden auch die Nutzung technischer Hilfsmittel in Betracht ziehen, um Radarfallen zu erkennen und rechtzeitig vom Gas zu gehen.
Warngeräte- und Apps: die Rechtslage
Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass der Einsatz mancher Apps oder Geräte zur Warnung vor Blitzern rechtlich umstritten oder sogar verboten ist. Das weiß auch Rechtsexperte Tom Louven:
„Die Verwendung von Blitzer-Warnsystemen ist in Deutschland nicht erlaubt. Es handelt sich dabei um illegale Geräte, die dazu dienen, Geschwindigkeitskontrollen zu umgehen. Solche Systeme können teure Konsequenzen nach sich ziehen.“
Funktionsweise von Blitzerwarnern
Zur Umgehung von Tempokontrollen kommen verschiedene technische Systeme zum Einsatz, darunter beispielsweise Laserstörer oder sogenannte Lichtschranken-Störer. Laserstörer erkennen die Signale von Laserpistolen und reagieren mit eigenen Impulsen, die eine präzise Geschwindigkeitsmessung erschweren oder unmöglich machen.
Lichtschranken-Störer wiederum werden häufig in der Nähe des Kennzeichens montiert und senden gezielte Funksignale aus, die eine Messung durch stationäre Anlagen verhindern sollen.
Beide Systeme sind laut Verkehrsrechtsexperte Louven illegal und „können zu Bußgeldern und Punkten im Fahreignungsregister führen. Auch Warn-Apps, die Fahrer vor Geschwindigkeitskontrollen warnen, sind in Deutschland verboten.“ Die Smartphone-Warner nutzen allerdings GPS und Standort-Datenbanken von Radarfallen, um ihre Nutzer zu alarmieren und führen keine Störung einer Messung durch.
Welche Strafen drohen?
Wer mit einem illegalen Radarwarngerät erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 75 Euro und einem Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg rechnen. Auch Beifahrer dürfen keine Warn-Apps auf ihrem Smartphone geöffnet haben, mit denen vor Verkehrsüberwachungsmaßnahmen gewarnt wird.
Laut einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe liegt ein nach Paragraf 23 Abs. 1c Satz 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO) verbotenes Verhalten nicht nur dann vor, wenn der Fahrer die App selbst aktiviert hat (2 ORbs 35 Ss 9/23). Die StVO verbietet Fahrzeugführern in diesem Paragrafen ausdrücklich die Nutzung von Geräten, die dafür bestimmt sind, „Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören.“
Wie beliebt sind Blitzerwarner?
Wie verbreitet Radarwarner und Warn-Apps tatsächlich sind, lässt sich Tom Louven nach nur schätzen. „Während 2022 vom Kraftfahrt-Bundesamt insgesamt 2.430.685 Geschwindigkeitsverstöße registriert wurden, die zu Eintragungen in das Fahreignungsregister führten, wurden im gleichen Zeitraum lediglich 2.239 Autofahrer bei der Nutzung von Radarwarngeräten erwischt“, so der Verkehrsrechtsexperte. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen, da „die Geräte […] oft gut versteckt und nur schwer zu erkennen“ sind.
Rechtlich unbedenkliche Alternativen
Wie kann man sich vor Radarfallen warnen lassen, ohne rechtliches Glatteis zu betreten? Laut Anwalt Louven gibt es durchaus legale Alternativen: „Zum Beispiel werden in Verkehrsmeldungen im Radio regelmäßig aktuelle Blitzer-Standorte genannt. Auch Internetportale oder soziale Medien können als zuverlässige Informationsquelle dienen. Es ist auch erlaubt, andere Autofahrer vor Geschwindigkeitskontrollen zu warnen, allerdings nur durch Handzeichen oder Schilder − die Lichthupe darf dazu nicht verwendet werden.“
Bußgeldvorwürfe stets über Geblitzt.de prüfen lassen
Bei Geblitzt.de arbeitet die CODUKA GmbH eng mit großen Anwaltskanzleien zusammen und ermöglicht es Betroffenen, sich gegen Bußgelder, Punkte und Fahrverbote zu wehren.
Rechtsschutzversicherungen übernehmen die Kosten eines vollständigen Leistungsspektrums unserer Partnerkanzleien. Ohne eine vorhandene Rechtsschutzversicherung übernimmt die CODUKA GmbH als Prozessfinanzierer die Kosten der Prüfung der Bußgeldvorwürfe und auch die Selbstbeteiligung Ihrer Rechtsschutzversicherung.
Täglich erreicht das Geblitzt.de-Team eine Flut von Anfragen. 12 % der betreuten Fälle werden eingestellt, bei weiteren 35 % besteht die Möglichkeit einer Strafreduzierung.
Quellen: dejure.org, oberlandesgericht-karlsruhe.justiz-bw.de
Weitere News

Blitzermarathon 2025: Sind Warn-Apps und Gadgets erlaubt?

Von wegen „SUV-Flut“: Geländewagen in Großstädten unterrepräsentiert

Zur Freude der Anwohner: Fake-Blitzer schreckt Raser ab

Autoverbot im Zentrum Berlins? Volksbegehren wird am Verfassungsgerichtshof verhandelt
Ich benötige weitere Informationen
Weitere Informationen zu uns sowie Hilfe finden Sie unter: