Mehr Blitzer für Berlin: Unfallforscherin will Verkehrsüberwachung verschärfen

25.03.2025 - 4 min Lesezeit

Der Nutzen für die Verkehrssicherheit bleibt aber fraglich

Unfallforscher schlagen Alarm: Berlin soll bei der Verkehrsüberwachung hinterherhinken. Um Fußgänger und Senioren besser zu schützen, fordern sie mehr Ampeln und Zebrastreifen – aber auch zusätzliche feste und mobile Blitzer. Warum das jedoch nicht zwangsläufig zu mehr Verkehrssicherheit führt, erfahren Sie hier.

Mehr Blitzer für Berlin: Unfallforscherin will Verkehrsüberwachung verschärfen

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Mehr Blitzer

„Berlin hat Nachholbedarf beim Thema Kontrollen“, so die Leiterin der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Kristin Zeidler gegenüber der dpa. „Wir wissen, dass zum Beispiel Geschwindigkeitskontrollen zu mehr Disziplin führen“. Die Forscherin plädiert dafür, die Zahl beider Blitzerarten in Berlin zu erhöhen.

Stationäre Radarfallen seien vor Schulen, Seniorenheimen oder Kindergärten sinnvoll. Allerdings würde dieser Effekt wieder verpuffen, sobald sich der Standort herumgesprochen hat. „Deswegen brauchen wir zwingend auch mobile Blitzer, die an wechselnden Stellen stehen“, so Zeidler.

Mehr Verkehrsüberwachung

Auslöser des Vorstoßes für mehr Verkehrsüberwachung in Berlin ist die Verkehrsstatistik 2024. Demnach seien insbesondere Fußgänger und speziell Senioren gefährdet. „Von den 55 Verkehrstoten in 2024 waren 24 Fußgänger – gut doppelt so viele wie im Jahr davor. Und es gab 27 getötete Seniorinnen und Senioren“, so die Kommunikationsexpertin.

Aufgrund des demografischen Wandels beziehungsweise einer immer älter werdenden Gesellschaft seien auch immer mehr Senioren auf den Straßen unterwegs. Daher müsse es mehr Möglichkeiten geben, sicher über die Straße zu gelangen. Dafür brauche es mehr Ampeln, Zebrastreifen und Mittelinseln.

Härtere Strafen

Mehr Kontrolle bedeutet aber auch mehr Sanktionen. Und die sollten sich wegen der erzieherischen Wirkung laut Einschätzung von Experten eher negativ auf das Punktekonto, als aufs Portemonnaie auswirken. „Generell sind Punkte ein gerechteres Mittel als höhere Geldbußen, weil sie unabhängig vom Geldbeutel wirken“, so Unfallforscherin Zeidler.

Wer Angst um die Fahrerlaubnis hat, lasse sich auch eher disziplinieren. Aktuell drohen Autofahrern, die mit 15 km/h zu schnell unterwegs sind laut Bußgeldkatalog innerorts fünfzig Euro Strafe. Laut Zeidler sollte hier noch ein Punkt in Flensburg aufgeschlagen werden, um mehr verkehrserzieherische Wirkung zu erzielen.

Berliner Bürokratie verhindert Ahndung

Immer wieder werden Forderung laut, Berlin brauche mehr und mehr Geräte zur Verkehrsüberwachung. Dabei muss man schlicht feststellen, dass die Verwaltung in der bundesdeutschen Hauptstadt gar nicht in der Lage ist, die daraus resultierenden Fälle zu bearbeiten. So sollen sich allein wegen Parkverstößen rund 50.000 Bescheide in der Berliner Bußgeldstelle stapeln, die auch unter Zuhilfenahme eines Personal-Dienstleisters nicht bewältigt werden konnten.

Warum mehr Überwachung nicht immer hilft

Auffällig ist zudem, dass die gefährlichsten Zonen wie am Tempelhofer Damm, der Sonnenallee oder der Seestraße nicht unbedingt über wenig Verkehrsüberwachung, Ampeln oder Mittelinseln verfügen. Auch die hohe Verkehrsdichte sowie der Lieferverkehr und das das Gemüt mancher Autofahrer tragen dazu bei, dass es sich um Unfall-Hotspots handelt.

Mehr Überwachungsanlagen, Ampeln oder Mittelinseln machen den Verkehr nicht unbedingt sicherer. An stark befahrenen Straßen können sie sogar zusätzliche Gefahren darstellen. Wer in Berlin auf einer solchen Insel festhängt, kennt das mulmige Gefühl, das man beim nahen Vorbeirauschen der Kfz empfindet.

Zahl der Verkehrsunfälle rückläufig

Hinter der Frage, ob eine intensivere Verkehrsüberwachung auch zu mehr Ahndung und Verkehrserziehung führen kann, steht jedenfalls ein großes Fragezeichen. Auch der Vorschlag für mehr Punktestrafen führt an der Realität vorbei, da damit wohl auch ein größerer Verwaltungsaufwand verbunden wäre, der in der Pannenhauptstadt nicht bewältigt werden kann. Schon jetzt kommen viele Autofahrer ohne Strafe davon – ob das bei mehr Fällen besser wird, kann in Frage gestellt werden.

Zudem ist die Anzahl der Verkehrsunfälle in Berlin rückläufig. Trotz wachsender Einwohnerzahl sank sie 2024 im Vorjahresvergleich um 771 auf 133.365.

Bußgeldvorwürfe stets über Geblitzt.de prüfen lassen

Bei Geblitzt.de arbeitet die CODUKA GmbH eng mit großen Anwaltskanzleien zusammen und ermöglicht es Betroffenen, sich gegen Bußgelder, Punkte und Fahrverbote zu wehren.

Rechtsschutzversicherungen übernehmen die Kosten eines vollständigen Leistungsspektrums unserer Partnerkanzleien. Ohne eine vorhandene Rechtsschutzversicherung übernimmt die CODUKA GmbH als Prozessfinanzierer die Kosten der Prüfung der Bußgeldvorwürfe und auch die Selbstbeteiligung Ihrer Rechtsschutzversicherung.

Täglich erreicht das Geblitzt.de-Team eine Flut von Anfragen. 12 % der betreuten Fälle werden eingestellt, bei weiteren 35 % besteht die Möglichkeit einer Strafreduzierung.

Quellen: spiegel.de, tagesspiegel.de, welt.de

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