Von wegen „SUV-Flut“: Geländewagen in Großstädten unterrepräsentiert

03.04.2025 - 4 min Lesezeit

Auf einen Blick:

Sind SUVs wirklich so weit verbreitet, wie oft behauptet wird?

Laut einer aktuellen Analyse von Verivox sind SUVs in deutschen Großstädten weniger verbreitet als im Bundesdurchschnitt. Stadtbewohner fahren 11 Prozent seltener einen SUV als der Durchschnitt aller Deutschen. Das widerlegt die Annahme einer SUV-Flut in den Städten.

Warum sind SUVs in ländlichen Regionen beliebter als in Städten?

In ländlichen Gebieten, wie beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern, ist der SUV-Anteil mit 21 Prozent am höchsten. Die Bedingungen für das Parken und Fahren auf dem Land sind günstiger, und Geländewagen sind dort funktionaler, was zu ihrer Beliebtheit beiträgt.

Wie beeinflussen SUVs die Infrastruktur und das Parken in deutschen Großstädten?

In Großstädten wie München, Hamburg oder Berlin wird die Infrastruktur mit weniger verfügbaren Parkplätzen zunehmend schwieriger für Autofahrer. Das hat zur Folge, dass der SUV-Besitz in diesen Städten nicht so hoch ist, da größere Fahrzeuge hier oft wenig vorteilhaft sind.

Neue Zahlen zu den Hochburgen für schwere Geländefahrzeuge in Deutschland

So mancher Politiker würde größere Kraftfahrzeuge am liebsten vollends aus den Städten verbannen. In Paris ist der Autofahrer-Albtraum schon wahr geworden: Mit schwerem Kfz zahlt man hier mitunter 18 Euro für eine Stunde parken. Doch wie sieht es hierzulande mit der SUV-Dichte aus? Sind auf deutschen Straßen überhaupt so viele schwere Geländelimousinen unterwegs, wie oft behauptet? Eine aktuelle Erhebung des Versicherungsportals Verivox gibt Aufschluss.

Von wegen „SUV-Flut“: Geländewagen in Großstädten unterrepräsentiert

Canetti / shutterstock.com

Analyse der SUV-Zulassungen

Wenn sich Versicherer ein Bild von der Fahrzeugvielfalt in Deutschland machen wollen, greifen sie auf umfangreiche Datensätze aus dem eigenen Geschäft zurück. Die vorliegende Analyse basiert auf mehr als 400.000 anonymisierten Versicherungsverträgen von Verivox.

Diese Datengrundlage erlaubt einen Vergleich der der Anzahl der Policen von SUV-Haltern mit denen anderer Fahrzeugtypen. Dadurch lässt sich der Mythos der „SUV-Schwemme“ in deutschen Großstädten kritisch überprüfen.

Mythos der SUV-Flut

Glaubt man der Deutschen Umwelthilfe, sind die Straßen voller schwerer Geländefahrzeuge. „Unsere Städte werden zunehmend von riesigen SUVs und anderen überdimensionierten Autos geflutet. Sie nehmen wertvollen Platz beim Parken auf der Straße ein und gefährden alle Verkehrsteilnehmenden“, behauptet der eingetragene Verein. Dass solche Kfz auf deutschen Straßen massenhaft unterwegs sind, bestätigt die Analyse allerdings nicht.

In Städten rarer, als gedacht

Das Ergebnis zeigt, dass SUVs in deutschen Großstädten weniger verbreitet sind als im Bundesdurchschnitt. Stadtbewohner fahren laut der Verivox-Analyse 11 Prozent seltener einen SUV als der Durchschnitt aller Deutschen. Anders ausgedrückt: Vergleicht man die Zahl der SUVs mit der Gesamtzahl aller Autos, gibt es in Städten prozentual weniger SUVs als im gesamten Bundesgebiet.

Stadt versus Land

Besonders hoch ist der SUV-Anteil dagegen in ländlichen Regionen. In Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesland mit der geringsten Bevölkerungsdichte, beträgt er 21 Prozent – der höchste Wert unter den Bundesländern.

Hier eine Übersicht mit den SUV-Anteilen in einigen Städten und Landkreisen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, anhand derer sich Deutschlands „SUV-Hochburgen“ erkennen lassen. Demnach setzt man vor allem in ländlicheren Gegenden auf schwere Fahrzeuge:

OrtSUV-Anteil im Vergleich zum Bundesdurchschnitt
München+11 %
Ingolstadt+15 %
Bottrop+25 %
Wunsiedel (Bayern)+51 %
Sonneberg (Thüringen)+58 %
Suhl (Thüringen)+67 %

Großstädte: harte Pflaster für SUVs

Für Verivox-Geschäftsführer Wolfgang Schütz sind diese Zahlen keine Überraschung. Die Bedingungen fürs Parken sind auf dem Land besser und Geländefahrzeuge machen auf verwitterten Landstraßen eine gute Figur. In Großstädten wie München, Hamburg oder Berlin werden hingegen immer mehr Parkplätze abgebaut und auch die Infrastruktur für Autofahrer wird nicht besser. „In Städten tun sich Autofahrer mit einem großen Fahrzeug häufig keinen Gefallen“, so Schütz.

Quelle: focus.de

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